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La statue - Jacques Brel

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Das Denkmal

Deutsch D. Kaiser

Ich möchte es fassen das Gotteskind,
das auf mein Denkmal schrieb und spinnt,
“Sein ganzes Leben widmete er
stets nur der Tugend und der Ehr‘“.

  • Ich, der den Freund belogen hat
    mit Schwur und gar an Eides statt.
    Ich, der ich Freunde betrügen mag
    vom ersten bis zum letzten Tag.
    Ich, der ich meine Braut betrog
    mit anderen Bräuten und belog,
    der ich war untreu permanent
    von Neujahr bis zum Jahresend.
  • Dies Gotteskind mag ich nicht sehn.
    Und ich mag nicht, wenn Kinder mich
    auf meinem Denkmal stehen sehn.

Ich möcht‘ es fassen das Fastenkind,
das auf mein Denkmal schrieb und spinnt:
“Gott ruft zu sich, den, den er liebt,
und am meisten hat er ihn geliebt“.

  • Ich, der ich nur betete zu Gott,
    wenn ein Zahn mich hat geplagt.
    Ich, der ich nur betete zu Gott,
    wenn ich Angst vor dem Teufel hatt‘.
    Ich, der ich den Teufel bat,
    wenn mich die Liebe gepackt hatt‘.
    Ich, der ich nur den Teufel bat,
    wenn ich Angst vor Gott hatt‘.
  • Dies Fastenkind mag ich nicht sehn.
    Und ich mag nicht, wenn Kinder mich
    auf meinem Denkmal stehen sehn.

Ich möcht‘ es fassen das verfluchte Kind,
das auf mein Denkmal schrieb und spinnt:
“Wie ein Held ging er dahin.
Er starb so, wie man heut nicht mehr stirbt“.

  • Ich, der ich nur zog in den Krieg,
    weil ich sonst lange Weile krieg‘.
    Ich, der ich in den Krieg zog fort,
    um zu sehn, ob die Frauen auch dort…
    Ich, den dort traf eine Flint,
    weil deren Frauen nicht anders sind.
    Ich, der ich nur im Krieg fiel,
    weil zuhause gab’s nicht viel.
  • Dies verfluchte Kind mag ich nicht sehn.
    Und ich mag nicht, wenn Kinder mich
    auf meinem Denkmal stehen sehn.

Übersetzungen von Dieter und Felix Kaiser.